Samstag, 25. Juni 2016

Der Westweg - der bekannteste Weitwanderweg des Schwarzwalds (und Deutschlands?!)

Der Westweg von Pforzheim nach Basel ist der älteste und mit Abstand bekannteste der Fernwanderwege des Schwarzwaldvereins. Es gab auch schon Berichte, wonach der Westweg der bekannteste Weitwanderweg Deutschlands ist - noch vor dem Rennsteig im Thüringer Wald.

Im heutigen Post in diesem Blog soll der Westweg kurz vorgestellt werden. Im heutigen Post werden zukünftig alle Artikel in diesem Blog verlinkt, die sich mit Abschnitten oder mit bestimmten Themen zum Westweg befassen. Der heutige Post wird auch von der rechten Spalte des Blogs aus direkt verlinkt.

Der Schwarzwaldverein bezeichnet seine den Schwarzwald von Nord nach Süd und von West nach Ost querenden Wanderwege als Fernwanderwege. Das ist vielleicht nicht ganz glücklich, denn beim Begriff Fernwanderweg denkt man eher an einen sehr weit, vielleicht durch ein ganzes Land über über einen halben Kontinent verlaufenden Weg, wie z.B. die Europäischen Fernwanderwege. Andere Wandervereine oder Wegbetreiber bezeichnen ihre langen Wege meist als Weitwanderwege - ein passenderer Begriff.

Wie auch immer - der Westweg wurde als erster Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins im Jahr 1900 eingerichtet. Somit wurde im Jahr 2000 das hundertjährige Jubiläum des Westwegs gefeiert. Der Weg verläuft von Pforzheim-Kupferhammer bis nach Basel Badischer Bahnhof. In Titisee teilt sich der Weg in eine Westroute und in eine Ostroute. Die Weglänge beträgt 280 Kilometer bei der Westroute und 284 Kilometer bei der Ostroute. Der Weg wird in 18 Etappen eingeteilt (West- und Ostroute zusammen). 


Der Westweg verläuft über die höchsten Erhebungen des Schwarzwalds (unter anderem über die Hornisgrinde, den höchsten Berg des Nordschwarzwalds, und über den Feldberg, den höchsten Berg des ganzen Schwarzwalds). Der Westweg verläuft auch durch die bekanntesten und schönsten Gebiete des Schwarzwalds. Da verwundert es nicht, dass der Westweg der mit Abstand beliebteste Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins ist und durchaus auch relativ häufig begangen wird. Die Hauptgehrichtung ist von Pforzheim nach Basel. Ist man zwischen Frühjahr und Herbst im Verlauf des Westwegs in der Gegenrichtung unterwegs, wird man fast immer Wanderern mit schwerem Rucksack begegnen, die alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen unterwegs sind.

Alle Fernwanderwege des Schwarzwaldvereins haben ein eigenes Wegzeichen. Das Wegzeichen des Westwegs ist eine rote Raute auf weißem Grund. Dieses Zeichen ist so bekannt geworden, dass der Schwarzwaldverein das Zeichen zu seinem Logo gemacht hat. Es ist vielleicht das bekannteste Wegzeichen Deutschlands.

Der Westweg wurde im Jahr 2007 vom Deutschen Wanderverband e.V. als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifiziert. Die Zertifizierung wurde inzwischen mehrfach erneuert. Der Westweg ist auch Mitglied im Netzwerk der "Top Trails of Germany". Im Jahr 2009 wurde der Westweg auf den dritten Platz der besten Wanderwege Deutschlands in der Kategorie "Routen" gewählt (Deutsches Wandermagazin). Über weite Strecken von Pforzheim bis südlich des Titisees verläuft der Europäische Fernwanderweg E1 zusammen mit dem Westweg. Diesbezüglich ist die Markierung und Beschilderung noch nicht zufriedenstellend. Der Schwarzwaldverein hat bisher leider die Vorgabe der Europäischen Wandervereinigung noch nicht umgesetzt, wonach das Wegzeichen des E1 auf allen Wegweisern vorhanden sein muss. Heute ist es leider noch so, dass man bis auf ganz wenige, teilweise alte Schilder im Verlauf des Westwegs vom E1 überhaupt nichts mitbekommt.

Bereits im Jahr 2005 starteten der Schwarzwaldverein, die Schwarzwald Tourismus GmBH und viele Gemeinden am Weg die Qualitätsoffensive Westweg. Das war auch nötig, denn es gab damals nicht unberechtigte Kritik über einen teilweise langweiligen Verlauf des Westwegs über öde Forststraßen und lange aussichtslose und ereignisarme Strecken. Es wurde in der Folge der Westwegfonds gegründet. Jedes Jahr stehen dem Westwegfonds 20.000 Euro für Qualitätssteigerungen im Verlauf des Westwegs zur Verfügung. Es wurde diesbezüglich auch schon einiges erreicht. Der Weg wurde auf mehreren Abschnitten verlegt, so dass er kurzweiliger und naturnäher verläuft. Sichtbarstes Zeichen sind die neuen Westwegportale, 12 an der Zahl, die zwischen 2008 und 2012 gebaut wurden.

Als aktuelles Problem des Westwegs werden die neuen Windkraftanlagen thematisiert. In einem Schreiben vom 26.02.2016 an die Landesregierung weist der Westwegfonds auf die bereits wirksamen und geplanten Wegsperrungen von Oktober bis April im Verlauf des Westwegs hin, eine Folge der zunehmenden Zahl der Windkraftanlagen und des damit verbundenen Eiswurfs. Der Westwegfonds bittet die Politik, dafür zu sorgen, dass auf den Bau von Windkraftanlagen im Umfeld des Westwegs verzichtet wird, bzw. dass die Betreiber der Windkraftanlagen technische Maßnahmen einleiten, um den Eiswurf zu unterbinden.

So berechtigt diese Sorgen auch sein mögen, sie sind m.E. etwas einseitig. Denn wesentlich mehr als die Windkraftanlagen beeinträchtigen die Aktivitäten der Forstwirtschaft das freie Gehen auf dem Westweg. Im Winterhalbjahr und teilweise das ganze Jahr über gibt es dutzende, ja hunderte Wegsperrungen im Verlauf der Fernwanderwege und regionalen Wanderwege des Schwarzwaldvereins. Dieses Thema sollte der Westwegfonds ebenfalls ansprechen, wenn er sich nicht dem Vorwurf aussetzen will, zu nahe an der Forstwirtschaft dran zu sein. Eine Vision für die Zukunft könnte durchaus sein, dass in einem 200 Meter breiten Streifen links und rechts des Westwegs irgendwann überhaupt keine Forstwirtschaft mehr stattfindet und das entsprechende Land entweder vom Staat oder von Naturschutzorganisationen oder Wandervereinen aufgekauft wird.                  

Westweg allgemein
Westweg ist Deutschlands drittschönster Wanderweg 2009 im Post vom 02.09.2009

Westweg erneut als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifiziert im Post vom 20.01.2010

Entlang des Westwegs (Reihenfolge von Pforzheim nach Basel)
Pforzheim-Kupferhammer: Startpunkt von Fernwanderwegen im Post vom 06.09.2009

Abschnitt des Westwegs entlang der Enz im Post vom 13.08.2009

Das Sonnentor Dobel - ein Portal entlang des Westwegs des Schwarzwaldvereins im Post vom 15.07.2016

Auf dem Westweg von Forbach über die Badener Höhe nach Sand, Teil 1 im Post vom 23.07.2016
Auf dem Westweg von Forbach über die Badener Höhe nach Sand, Teil 2 im Post vom 27.07.2016 

Das Mummelsee-Tor des Westwegs im Post vom 22.10.2012

Westweg von Seibelseckle bis Ruhestein im Post vom 30.08.2009 

Westweg-Portal "Heilklimapforte Freudenstadt-Kniebis" im Post vom 21.12.2012

Die neue Brücke für den Fernwanderweg "Westweg" über die Kinzig bei Hausach im Kinzigtal im Post vom 18.04.2016

Kinzigtaltor des Westwegs in Hausach im Post vom 01.02.2011

Westwegportal Schonach Wilhelmshöhe im Post vom 16.06.2011

Westweg von Titisee nach Bärental im Post vom 24.09.2009

"Tor zum Wehratal" im Verlauf des Westwegs im Post vom 09.07.2012

Infoportal Wiedener Eck Tor entlang des Westwegs im Post vom 18.09.2012

Hier gibt es eine Übersicht über die Qualitätswege Wanderbares Deutschland im Schwarzwald. Von dort werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Wegen befassen, verlinkt.

Die rote Raute auf weißem Grund ist das weitbekannte Wegzeichen des Westwegs.
Beschilderung im Verlauf des Westwegs
Im Verlauf des Westwegs befinden sich hunderte Wegweiserstandorte. Im Schilderrücken der Wegweiserblätter ist das Wegzeichen des Westwegs vorhanden.
Das Murgtaltor in Forbach ist eines von zwölf Portalen im Verlauf des Westwegs.
Bussemer Gedenkstein auf dem Gipfel des Seekopfs, eines Nachbargipfels der Badener Höhe: Phillip Bussemer (1855-1918) war der Gründer des Westwegs.

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