Mittwoch, 19. Oktober 2016

Die Kernzonen des Biosphärengebiets Schwarzwald

Das Biosphärengebiet Schwarzwald befindet sich im Südschwarzwald zwischen Feldberg, Freiburg und Schopfheim. Das Schutzgebiet wurde am 04.01.2016 verordnet. Eine Anerkennung durch die Unesco wurde am 29.07.2016 beantragt.

Die Fläche von Biosphärengebieten wird in Kernzonen, Pflegezonen und Entwicklungszonen aufgeteilt. Gemäß den Vorgaben der Unesco (MAB-Programm) müssen die Kernzonen mindestens drei Prozent der Fläche eines Biosphärengebiets einnehmen. Gemäß den Vorgaben des deutschen MAB-Komitees muss in den Kernzonen der Prozessschutz gewährleistet sein. Das heißt, in den Kernzonen darf keine wirtschaftliche Nutzung stattfinden. Die Kernzonen der Biosphärengebiete entsprechen somit den Bannwäldern in Baden-Württemberg.

Im heutigen Post in diesem Blog sollen die Kernzonen des Biosphärengebiets Schwarzwald mit einigen Daten aufgelistet werden. Alle zukünftigen Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Kernzonen befassen, werden vom heutigen Post aus verlinkt. Der heutige Post wird auch von der rechten Spalte des Blogs direkt verlinkt.


Die Kernzone von Biosphärengebieten muss nicht zwangsläufig eine zusammenhängende Fläche bilden. Es können auch mehrere kleinere, separate Kernzonen ausgewiesen werden. Davon wurde beim Biosphärengebiet Schwarzwald ausgiebig Gebrauch gemacht. Es gibt nicht weniger als 33 einzelne Kernzonen.

Die Kernzonen des Biosphärengebiets Schwarzwald lassen sich in drei Kategorien einteilen. Die erste Kategorie umfasst diejenigen Kernzonenflächen, die durch Bannwälder gebildet werden, die bereits (längere) Zeit vor der Ausweisung des Biosphärengebiets Schwarzwald bestanden haben. Dies sind insgesamt 10 Kernzonen. Dann gibt es die Kategorie der Kernzonen, die im Vorfeld der Ausweisung des Biosphärengebiets über die Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 04.12.2015 festgesetzt worden sind. Das sind insgesamt 13 Kernzonen. Schließlich gibt es diejenigen Kernzonen, die keine Bannwälder sind, sondern nur in der Biosphärengebietsverordnung vom 04.01.2016 genannt werden. Das sind insgesamt 10 Kernzonen.

Die Kernzonen des Biosphärengebiets Schwarzwald werden in der Verordnung - und das ist absolut nicht zufriedenstellend - nicht aufgezählt und namentlich genannt. Sie werden lediglich im Kartenanhang aufgeführt. Der Kartenanhang der Biosphärengebietsverordnung wurde vom Regierungspräsidium Freiburg zunächst nicht im Internet veröffentlicht. Somit waren zunächst nicht mal alle Namen der Kernzonen bekannt. Seit wenigen Monaten sind die Kartenanhänge auf der Website des Regierungspräsidiums veröffentlicht.

Die Flächengröße derjenigen Kernzonen des Biosphärengebiets, die keine Bannwälder sind, ist nach wie vor nicht bekannt. Das liegt daran, dass die Kernzonen in der Biosphärengebietsverordnung leider nicht im Textteil aufgelistet sind sowie mit einigen Daten versehen sind.

In der Biosphärengebietsverordnung wird zu den Kernzonen festgelegt, dass für alle Kernzonen die §§ 4 bis 11 der Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 04.12.2015 gelten, somit also auch für diejenigen Kernzonen, die keine Bannwälder sind. Damit werden die Kernzonen, die keine Bannwälder sind, rechtlich weiter abgesichert.

In der Begründung zur Verordnung über das Biosphärengebiet Schwarzwald wird betont, dass durch den Verweis auf die Regelungen der Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 04.12.2015 die Kernzonenflächen zumindest in den ersten 10 Jahren faktisch wie Bannwälder zu betrachten sind. In 10 Jahren, wenn die Biosphärengebietsverordnung geändert bzw. angepasst werden kann, können die bisher nicht als Bannwälder ausgewiesenen Kernzonen in Bannwälder überführt werden. Darüber hinaus besteht das mittelfristige Ziel, über Arrondierungen größere zusammenhängende Kernzonen zu erhalten.

Aus dieser Begründung geht jedoch nicht hervor, weshalb man nicht gleich von vornherein alle Kernzonen des Biosphärengebiets als Bannwälder ausgewiesen hat. Gab es Widerstände seitens der betroffenen Gemeinden oder anderer Institutionen?        

Belchen Süd
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Lörrach, Gemeinde Kleines Wiesental 

Ebener Wald
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Stadt Schönau, Gemeinde Utzenfeld, Gemeinde Tunau
Fläche 41,2 Hektar 

Erleboden
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Gemeinde Utzenfeld
Fläche 7,9 Hektar

Faulbach
Sammelverordnung der Forstdirektion Freiburg über die Bannwälder Conventwald, Faulbach, Feldseewald, Hirschfelsen, Zweribach vom 20.02.2004
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Gemeinde Oberried 
Fläche 76,8 Hektar

Finstergrund
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Gemeinde Wieden
Fläche 6,8 Hektar

Flüh
Sammelverordnung der Körperschaftsforstdirektion Freiburg und der Forstdirektion Freiburg über die Bannwälder Bechtaler Wald, Flüh, Windbergschlucht, Schwarzahalden, Teichschlucht vom 01.03.2004 
Landkreis Lörrach, Stadt Schönau
Fläche 50,4 Hektar 

Geschwender Halde
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Stadt Todtnau
Fläche 50,2 Hektar

Herzogenhorn
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Waldshut, Stadt St. Blasien-Menzenschwand, Gemeinde Bernau im Schwarzwald

Hirschfelsen
Sammelverordnung der Forstdirektion Freiburg über die Bannwälder Conventwald, Faulbach, Feldseewald, Hirschfelsen, Zweribach vom 20.02.2004
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Gemeinde Oberried
Fläche 21,2 Hektar

Hochkopf
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Waldshut, Stadt St. Blasien-Menzenschwand

Hohmuttlen
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Gemeinde Häg-Ehrsberg, Stadt Zell im Wiesental
Fläche 68,2 Hektar

Napf
Verordnung der Forstdirektion Freiburg über den Bannwald Napf vom 19.01.2000
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Gemeinde Oberried
Fläche 175,1 Hektar

Napf-Erweiterung
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Breigau-Hochschwarzwald, Gemeinde Oberried
Fläche 20,5 Hektar

Nollenwald
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Lörrach, Stadt Schönau, Stadt Todtnau

Ruckenwald
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Waldshut, Stadt St.Blasien-Menzenschwand

Sägenwäldele
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Lörrach, Gemeinde Häg-Ehrsberg

Salendobel
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Stadt Schönau, Stadt Todtnau
Fläche 37,0 Hektar

Scheibenfelsen
Sammelverordnung der Körperschaftsforstdirektion Freiburg und der Forstdirektion Freiburg über die Bannwälder Bahnholz, Scheibenfelsen, Hügelheimer Rheinwald vom 20.02.2004
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Gemeinde Oberried 
Fläche 81,3 Hektar

Scheibenfelsen-Erweiterung
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Gemeinde Oberried
Fläche 43,6 Hektar

Schönenbuchen
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Lörrach, Stadt Schönau im Schwarzwald

Schwarzahalden
Sammelverordnung der Körperschaftsdirektion Freiburg und der Forstdirektion Freiburg über die Bannwälder Bechtaler Wald, Flüh, Windbergschlucht, Schwarzahalden, Teichschlucht vom 01.03.2004
Landkreis Waldshut, Gemeinden Höchenschwand, Ühlingen-Birkendorf
Fläche 275,9 Hektar

Schwarzahalden-Erweiterung
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über den Bannwald Schwarzahalden-Erweiterung vom 13.04.2012
Landkreis Waldhut, Gemeinden Höchenschwand, Weilheim, Ühlingen-Birkendorf
Fläche 151 Hektar 

Seewald
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Gemeinde Hinterzarten
Fläche 82,2 Hektar

Sengalenhalden
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Lörrach, Stadt Schönau im Schwarzwald, Stadt Todtnau

Staltenrain
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Gemeinde Wieden
Fläche 1,4 Hektar

Stutzfels
Sammelverordnung der Körperschaftsforstdirektion Freiburg und der Forstdirektion Freiburg über die Bannwälder Stutzfels, Wehratal vom 01.03.2004
Landkreis Lörrach, Gemeinde Böllen
Fläche 17,8 Hektar 

Stutzfelsen-Erweiterung
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Gemeinde Schönenberg
Fläche 10,3 Hektar

Tannenboden
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Gemeinde Wieden
Fläche 8,3 Hektar

Wehratal
Sammelverordnung der Körperschaftsdirektion Freiburg und der Forstdirektion Freiburg über die Bannwälder Stutzfels, Wehratal vom 01.03.2004
Landkreis Waldshut, Stadt Wehr
Fläche 127,8 Hektar 

Wehratal-Erweiterung
Biosphären-Bannwälder-Verordnung vom 4. Dezember 2015
Landkreis Lörrach, Stadt Schopfheim, Stadt Wehr
Fläche 110,1 Hektar

Weiherwald
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Lörrach, Gemeinde Kleines Wiesental

Windbergschlucht
Sammelverordnung der Körperschaftsforstdirektion Freiburg und der Forstdirektion Freiburg über die Bannwälder Bechtaler Wald, Flüh, Windbergschlucht, Schwarzahalden, Teichschlucht vom 01.03.2004
Landkreis Waldshut, Stadt St. Blasien 
Fläche 3,9 Hektar

Wühreloch
BSG-VO Schwarzwald vom 4. Januar 2016
Landkreis Lörrach, Stadt Zell im Wiesental 

Blick vom Gipfel des Stuibenwasen auf den oberen Talschluss des St. Wilhelmer Tals mit den Bannwäldern Napf und Napf-Erweiterung, die gleichzeitig Kernzonen des Biosphärengebiets Schwarzwald sind

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