Sonntag, 12. Februar 2017

Der Marktplatz der Stadt Schiltach im mittleren Schwarzwald, Teil 1

Der Marktplatz von Schiltach gehört zu den bemerkenswertesten Marktplätzen des Schwarzwalds. Im heutigen und im folgenden Post in diesem Blog wollen wir uns mit diesem Platz beschäftigen.

Für die Einzigartigkeit des Marktplatzes von Schiltach gibt es mehrere Gründe. Da ist zum einen der dreieckige Grundriss des Platzes. Zum Zweiten sind die Häuser am Rand des Platzes bemerkenswert. Denn es handelt sich hier fast durchweg um sehenswerte, historische Fachwerkbauten, wobei das Fachwerk teils unter Putz ist. Nur das Rathaus (Marktplatz 6) ist kein Fachwerkhaus, sondern ein Steingebäude mit einem Zinnengiebel bzw. Staffelgiebel. 

Das Alleinstellungsmerkmal des Marktplatzes von Schiltach ist jedoch seine Lage an einem Hang. Es gibt auf dem Platz nahezu keine ebene Fläche. Die Platzfläche ist geneigt. Die Neigung ist so groß, dass das Erdgeschoss eines Nachbarhauses auf der Bergseite sich jeweils nahezu auf der Höhe des ersten Stockwerks des talseitig gelegenen Nachbargebäudes befindet.


Der Marktplatz wird von 13 Gebäuden begrenzt. Der Marktplatz ist eine eigene postalische Adresse. Die Gebäude haben die Hausnummern 1 bis 13. Die Nummerierung erfolgt entgegen dem Uhrzeigersinn um den Marktplatz herum.

Der Marktplatz steht wie der gesamte Stadtkern von Schiltach unter Ensemble-Denkmalschutz. Als einziges Gebäude ist das Gebäude mit der Adresse Marktplatz 1 ein Neubau. Dieses Gebäude befindet sich jedoch am unteren Rand des Marktplatzes und ist vom eigentlichen Platz aus kaum zu sehen.

In den den Marktplatz begrenzenden Gebäuden sind zwei Museen untergebracht. Auch das Rathaus befindet sich am Marktplatz. Das Rathaus befindet sich an der höchsten Stelle des Marktplatzes. Es ist das Wahrzeichen von Schiltach.

Vor dem Gebäude Marktplatz 8 steht eine Infostele zum Marktplatz. Demnach erhielt der Marktplatz seine dreieckige Form durch den berühmten Renaissance-Baumeister Heinrich Schickardt. Unter seiner Federführung erfolgte nach der Brandkatastrophe des Jahres 1590 der Wiederaufbau der Stadt. Nach einem weiteren Brand erhielt der Marktplatz im Jahr 1791 sein heutiges Gesicht.  

Im unteren Teil des Marktplatzes in der Nordostecke steht der Marktbrunnen von 1751. Ein Brunnen wird jedoch bereits im 15. Jahrhundert geschichtlich erwähnt. Auf dem Brunnenstock thront ein Löwe mit dem Stadtwappen. Der Löwe symbolisiert die Markthoheit.

Am unteren Ende des Marktplatzes befand sich das Untere Tor. Es wurde im 19. Jahrhundert abgerissen. Das Obere Tor befand sich oberhalb des Marktplatzes an der heutigen Schlossbergstraße. 

Wie kommt man hin?
Mit der Kinzigtalbahn (Freudenstadt-Hausach) fährt man bis zum Haltepunkt Schiltach Mitte. Gleich beim Haltepunkt befindet sich eine Brücke, mit deren Hilfe man das Flüsschen Kinzig überquert. Am südlichen Ende der Brücke überquert man die Hauptstraße. Auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstraße steigt eine Treppe hinauf. Ihr schließt sich eine Gasse an, die zwischen den Gebäuden Marktplatz 9 und 10 hindurchführt und den Marktplatz erreicht. Die Entfernung vom Haltepunkt Schiltach Mitte bis zum Marktplatz ist ca. 150 Meter. 

Im folgenden Post in diesem Blog sehen wir uns die Gebäude Marktplatz 2 bis Marktplatz 13 genauer an.   

Schiltach ist ein Fachwerkort an der Deutschen Fachwerkstraße. Hier gibt es eine Übersicht über die Deutsche Fachwerkstraße im Schwarzwald. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen der Fachwerkorte befassen, verlinkt.

Der Marktplatz von Schiltach liegt an einem stark geneigten Hang.
Der Marktbrunnen von Schiltach: Das Wasser ist in einem achtseitigen Brunnenbecken gefasst. Das Material ist Buntsandstein. Die mittig im Brunnen stehende Brunnensäule ist ebenfalls aus Buntsandstein. Auf der Säule sitzt ein Löwe mit Wappen, der die seit dem Jahr 1430 bestehende Markthoheit der Stadt symbolisiert.
Blick vom Schlossberg südlich von Schiltach hinab auf einen Teil der Altstadt mit dem Marktplatz ungefähr in der Bildmitte

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