Sonntag, 30. August 2009

Westweg von Seibelseckle bis Ruhestein



Der Westweg von Pforzheim nach Basel gehört zu den bekanntesten Fernwanderwegen weit über Deutschland hinaus. Die meisten Menschen, die im Verlauf dieses Wegs unterwegs sind, sind jedoch keine Fernwanderer im klassischen Sinne. Vielmehr geht die überwiegende Zahl der Wanderer jeweils nur kleine Teilabschnitte des Wegs.

Im Nordschwarzwald verläuft der Westweg über eine längere Strecke in der Nähe der Schwarzwaldhochstraße. Hier bietet es sich besonders an, einen kurzen Teilabschnitt zu gehen und mit dem Bus wieder zum Ausgangspunkt zurückzufahren. Ein besonders schöner Teilabschnitt mit einer Weglänge von 6,5 Kilometern ist der Abschnitt vom Seibelseckle zum Ruhestein. Beim Seibelseckle (nur ca. 1 Kilometer vom Mummelsee entfernt) befinden sich ausreichend Parkplätze und eine Bushaltestelle. Man sollte wegen der Rückfahrt mit dem Bus sich bereits vorher z.B. im Internet über die Fahrpläne erkundigen oder man studiert den Aushangfahrplan beim Seibelseckle, der ebenfalls Auskunft über die Fahrtmöglichkeiten vom Ruhestein zum Seibelseckle gibt.


Vom Seibelseckle aus beginnt der Westweg zunächst unspektakulär ohne Sicht auf einem Forstweg zwischen relativ jungen Wäldern. Der Lärm der nahen Schwarzwaldhochstraße nervt teilweise. Das ist jedoch bald vergessen. Der Weg steigt in der Folge rasch in Richtung Altsteigerskopf an und entfernt sich von der Straße. Man kommt nun in ein Gebiet, das der Jahrhundertorkan Lothar am Zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1999 vollständig verwüstet hat.

Das bedeutet jedoch für die Wanderer freie Sicht auf die Berge und die Oberrheinebene und bei klarer Luft sogar bis zu den Vogesen. Dort wo der Weg vom Westhang in den Südhang des Altsteigerskopfs wechselt, befindet sich das Lothar-Denkmal. Auf diese Idee muss man erst mal kommen: einem Orkan ein Denkmal zu setzen. Nach einiger Zeit am Südhang des Altsteigerkopfs erreicht der Weg wieder bewaldetes Gelände. Kurz danach kommt bereits die Darmstädter Hütte des Schwarzwaldvereins in Sicht. Dort gibt es während der Öffnungszeiten zumindest Getränke zu kaufen.

Jetzt geht es mit dem Weg aber erst richtig los. Der folgende Wegabschnitt durch die geheimnisvollen Hochmoorabschnitte des Seekopfs zählt zum schönsten was der Schwarzwald zu bieten hat. Bergkiefern in aufrechter (Spirke) und liegender Form (Latsche) auf brauner Erde erzeugen bei schönem Wetter ein einmaliges Farbenspiel. Um ein Haar wäre der Weg hinter der Darmstädter Hütte im Rahmen des EU-Life-Naturschutzprojekts "Grindenschwarzwald" gesperrt worden. Dann hätte man diese Landschaft nicht zu Gesicht bekommen. Letztendlich war ein Rückbau des Wegs zu teuer, so dass zunächst alles beim alten bleibt.

Bei einem Punkt, der auf den Wegweisern "Bannwald" genannt wird. biegt man nach rechts ab. Ab jetzt befindet sich auf der linken Wegseite der Bannwald Wilder See, der älteste Bannwald Baden-Württembergs und heute auch einer der größten. Es sind viele abgestorbene Bäume vorhanden. Aber klar ist: Totholz ist nicht tot, sondern wertvoller Lebensraum für hunderte von Tier- und Pflanzenarten. Bald ist der Aussichtspunkt beim Eutinggrab erreicht. Tief unten sieht man den Wildsee, einen Karsee, der sein Entstehen den Gletschern der letzten Eiszeit verdankt. Dort unten müsste man sein, am einsamen Ufer des Sees! Drei Kilometer wären bis zum See zurückzulegen. Das beschreibe ich später mal.

Es geht nun weiter durch urtümliche Moor- und bald auch Wiesenlandschaften. Im Sommer wird man hier mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Schaf- oder Kuhherde treffen. Diese Tiere werden seit einigen Jahren wieder gezielt eingesetzt, damit die Landschaft auf den Kämmen des Nordschwarzwalds teilweise offen bleibt. Vor dem Ruhestein-Pass erreicht man den Sessellift und die Skipiste. Auf einem Forstweg ist man nach einigen Kehren unten beim Pass. Sofern noch Zeit bis zur Abfahrt des Busses bleibt, könnte man sich etwas zu essen kaufen oder man kann - das ist sehr empfehlenswert - die Ausstellung des Naturschutzzentrums Ruhestein besuchen.


Seit dem 01.01.2014 führt ein Teil des Wegabschnitts durch den Nationalpark Schwarzwald.

Hier gibt es eine Übersicht über den Westweg des Schwarzwaldvereins. Von dort werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Westweg befassen, verlinkt.

Hier gibt es eine Übersicht über die Besuchereinrichtungen im Nationalpark Schwarzwald.
Beim Seibelseckle zeigt die Wegbeschreibung des Schwarzwaldvereins auf dem Westweg das Ziel Ruhestein in einer Entfernung von 6,5 Kilometern an.

Vom Westhang des Altsteigerkopfs blickt man nach Norden zur Hornisgrinde, dem höchsten Berg des Nordschwarzwalds.
Vom Südhang des Altsteigerkoopfs aus hat man einen beeindruckenden Blick auf den Vogelskopf mit dem steilen Vogelkopfkar, durch das sich in der letzten Eiszeit ein Gletscherstrom gewälzt hat.
Der Westweg führt am Denkmal der Forstbehörde für den Jahrhundertorkan Lothar vorbei, der im Jahr 1999 weite Bereiche am Altsteigerskopf verwüstete.
Bald kommt die Darmstädter Hütte des Schwarzwaldvereins in Sicht.
Auf dem Gipfelplateau des Seekopfs wandert man durch zauberhafte Moorlandschaften.
Bald hat man vom Westweg einen eindrucksvollen Blick auf den Wildsee. Dies ist ein Karsee am Osthang des Seekopfs.

Bei der Wegstelle mit dem Wildseeblick befindet sich das Euting-Grab. Hier wurde Prof. Euting begraben, ein großer Förderer des Schwarzwaldtourismus.

Die Wälder um den Wildsee sind als Bannwald ausgewiesen. Dies garantiert beeindruckende Waldbilder.



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